Freikirchen - Einfach erklärt

Erstellt am: 20.08.2020 | Themen: Beziehung mit Gott , Gebet , Glauben , Hilfe , Kirche , Gott suchen , Bibel , Jesus Christus

Freikirchen ...einfach erklärt!

Wurdest du schon einmal von jemandem in eine Freikirche eingeladen? In diesem Video erkläre ich dir, was Freikirchen sind und gebe dir einige brisante Insider-Informationen – bleib dran!

 

Text zum Video:

Wurdest du schon einmal von jemandem in eine Freikirche eingeladen? In diesem Text erkläre ich dir, was Freikirchen sind und gebe dir einige brisante Insider-Informationen – bleib dran!

Freikirchen sind doch alles Sekten. Einmal drin, kommst du nie mehr raus. Zudem wollen die bloß dein Geld und als wäre das nicht genug: sie wollen auch noch deine Seele! Freikirchen kämpfen in der öffentlichen Wahrnehmung teilweise mit echt krassen Vorurteilen. Nun, wir wollen uns nicht von Vorurteilen leiten lassen. Wir wollen wissen, wie es wirklich ist!

Meine Familie und ich sind in unserem Dorf Mitglied in der evangelischen Volkskirche - oder Landeskirche, wie wir Schweizer sagen. Eine echt lebendige Gemeinde. Durch meine Arbeit habe ich jedoch viel mit Freikirchen zu tun. Ich war schon in unzähligen Freikirchen und gebe hier einen exklusiven Einblick, wie das bei denen so läuft.

Zuerst aber eine kurze Erklärung, was denn genau eine Freikirche ist. Einfach gesagt: Eine Freikirche ist eine evangelische Kirche, die aber, im Gegensatz zu einer Volkskirche, vom Staat unabhängig ist. Keine Kirchenglocken, keine Kirchensteuern, meistens keine politische Agenda, sondern eben frei. 

Nun mir geht’s echt nicht darum, die eine Kirchenform gegen die andere auszuspielen. Aber eigentlich, finde ich, passt das Freikirchen-Modell wirklich gut in unsere heutige Zeit: Unabhängig, wahrheitssuchend, dynamisch, frei.

Das erste was dir auffällt, wenn du in so eine Freikirche kommst: Gleich beim Eingang wirst du herzlich begrüßt und willkommen geheißen. Das ist nicht diese Form von Gottesdienst, wo die Menschen anonym reinsitzen, ihr spirituelles Erlebnis haben und dann anonym wieder nach Hause gehen. Das hat eher was von einem Familientreffen – man kennt sich und freut sich, einander zu sehen! 

Die Gottesdienste sind oft etwas unkonventionell, also nicht so Liturgie-mäßig, wie man das vielleicht von der Volkskirche kennt. Sie sind voller Leben und Kraft. Oft spielt nicht die Orgel, sondern eine Band. Beim Singen stehen viele auf. Und nicht selten siehst du jemanden, der dabei die Augen schließt und die Hände hebt. Die Leute sind sich einig: Sie singen nicht einfach Lieder. Durch das Singen treten sie in Kontakt mit Gott, beten ihn an und begegnen ihm ganz persönlich. 

Was mir besonders gefällt: Die Predigten sind meistens nicht langweilig. Sie sind vielleicht nicht immer politisch ganz korrekt, aber mit Salz gewürzt. Das, was in der Bibel steht, glauben sie wirklich! Die Bibel ist für sie nicht einfach eine Sammlung von schönen Anekdoten. Sie gehen davon aus, dass Gott durch die Bibel zu uns Menschen spricht. So kommt es dann auch immer mal wieder vor, dass der Prediger auf der Kanzel etwas sagt, dass mich trifft und vielleicht auch ärgert. Aber ich höre am Sonntag lieber eine Predigt mit biblischen Wahrheiten, als einfach schöne Worte und philosophische Weisheiten.

Irgendwann am Ende des Gottesdienstes gehen die Kollekten-Becher durch die Reihen und alle, die wollen, können etwas an die Unkosten beitragen. Im Gegensatz zu den Volkskirchen ziehen Freikirchen keine obligatorischen Kirchensteuern ein. Sie ermutigen die Christen zu einer freiwilligen Spende. Oft wird den Freikirchen vorgeworfen, sie würden ihre Mitglieder finanziell unter Druck setzen. Es mag sein, dass es solche Fälle gab oder gibt. Meine Beobachtung ist allerdings, dass es wohl in jeder Gemeinde Leute gibt, die wenig geben und Leute, die viel geben. Das wird nicht kontrolliert oder so. Und eins ist klar: wie in jedem Verein oder jeder Organisation fallen auch in einer Freikirche Unkosten an, die beglichen werden müssen.

Ist der Gottesdienst zu Ende, treffen sich die meisten Besucher im Foyer, um miteinander Kaffee zu trinken und eine gute Zeit miteinander zu haben. Was mir auffällt, ist die Herzlichkeit, mit der auch neue Leute in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Das ist ja nicht selbstverständlich. Als wir vor einigen Jahren neu in unseren Ort gezogen sind, trat ich bewusst der Feuerwehr bei. Ich wollte ein Teil der Dorfgemeinschaft werden. Aber das war echt schwer als Außenstehender. Da war oft wie eine Mauer und die Leute waren einfach nicht daran interessiert, mich in ihrem Kreis willkommen zu heißen. Bei Freikirchen erlebe ich das erfrischend anders.

Und dann, nach dem Kaffee, geht’s durch die Türe wieder raus in diese Welt. Und das ist ganz wichtig. Es hat in jeder Freikirche eine Türe, um rauszugehen. Die Medien berichten manchmal von Aussteigern, die sagen: Da kommst du fast nicht mehr raus. Aber so erlebe ich das nicht. Es ist klar. Wenn jemand viele Jahre da war und dann raus geht, dann schmerzt das alle Beteiligten. Weil das ja eben Freundschaften sind. Eine Familie. Aber genauso, wie du jederzeit unangemeldet eine Freikirche besuchen kannst, kannst du auch jederzeit diese Kirche wieder verlassen.

Es gäbe jetzt noch vieles über diese Freikirchen zu berichten. Und es gibt ja auch weit mehr als nur den Gottesdienst. Mein Fazit an dieser Stelle ist: Ich bin so froh, dass es die Freikirchen gibt und ich bete, dass sich meine Volkskirche ein großes Stück von diesen Gemeinden abschneidet.

Wenn du selbst schon lange in keiner Kirche mehr warst, dann möchte ich dich ermutigen: Gib dieser Sache doch wieder einmal eine Chance. Vielleicht kennst du in deinem Umfeld jemanden, der eine lebendige Gemeinde besucht. Ansonsten kannst du auch im Internet nach einer guten Gemeinde suchen. Oft schließen sich lebendige Gemeinden, ob Frei- oder Volkskirche, unter lokalen evangelischen Allianzen zusammen. Gib also z.B. auf Google ein: Evangelische Allianz Hamburg und du findest bestimmt einige gute Vorschläge. 

 

 

 

 

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